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erste Fahrradtour - über den Vennbahnweg zum Rursee - Draussentyp auf zwei Rädern

17.07. - 18.07.2020

Vennbahnweg - Eifel - Rursee




Beim Wäschemachen fiel der Blick auf’s Rad. „Eigentlich müsstest du auch nochmal eine Runde mit dem Fahrrad drehen.“, waren meine Gedanken. Es folgte eine Überprüfung des Kalenders, um ein passendes, dienstfreies Wochenende zu finden. Denn es sollte nicht nur ein kurzer Ausflug werden. Viel lieber wollte ich gleich das Zelt mit einpacken und über Nacht wegbleiben. Wo sollte es hingehen? „In die Eifel, zum Rursee. Wenn schon nicht Wildcampen, dann wenigstens so natürlich wie möglich“ Passend dazu fand ich im Internet den Campingplatz „Camping Rursee“ direkt an einer Bucht des Sees. Noch schnell eine Route mit Komoot festgelegt und schon war ich beinahe gut vorbereitet.



Am Abend vor der Abreise wurde der Rucksack gepackt. Mein Rad – ein älteres Crossbike ohne jegliches Zubehör – war nicht gerade dazu konzipiert, irgendetwas außer dem Fahrer zu transportieren. Also landete alles in und an meinen Wander-Rucksack, was natürlich nicht die Ideallösung war, aber erstmal so von mir hingenommen wurde. Am Abreisetag selbst, entschied ich doch noch etwas zu modifizieren. Ich wusste von einem Fahrrad in einer Garage, welches lange nicht mehr bewegt wurde (sorry Paps). Dieses hatte eine kleine Satteltasche, welche ich mir borgen wollte. Vor Ort entschied ich dann noch den Gepäckträger mitzunehmen. Der war universell. Der würde schon bei mir passen (Haha). Das Teil war schnell montiert. Gut, ich konnte ihn nicht so befestigen, wie es sich der Hersteller vielleicht gewünscht hätte. Aber Zelt und Schlafsack würde er schon halten. Zur Not hatte ich ja Gewebeband und Kabelbinder bei.


Das Schöne an der geplanten Route war, dass sie zum größten Teil über den Vennbahnweg verlief. Dieser führt von Aachen über Monschau bis nach Belgien und Luxemburg und zählt mit 125 Kilometern zu den längsten Bahntrassenradwegen Europas. Zwischen Kilometer 5 und 6, irgendwo am Rande von Eilendorf bog ich auf den Vennbahnweg ab und folgte fortan der wirklich guten Beschilderung. Schon nach ca. 10 km fuhr ich durch ein wunderschönes Waldgebiet und die Erholung begann. Die Grenze zu Belgien erreichte ich nach etwa 16 km und ca. einer Stunde Fahrt auf dem gut ausgebauten und asphaltierten Weg. Überall entlang der Route war für eine Möglichkeit gesorgt einzukehren, doch ich nutzte lieber den Umstand, dass ich fast allein unterwegs war und machte weiterhin Kilometer gut. Die Strecke verlief mit stets leichter, aber kaum spürbarer Steigung. Trotzdem merkte ich irgendwann das Gewicht des Rucksacks und hielt kurz hinter Roetgen mitten im Wald für eine kurze Rast. Wie eingangs erwähnt, besitzt mein Rad kein Zubehör – auch keinen Seitenständer. Ich lehnte es also gegen einen Stein und machte es mir auf einem umgestürzten Baumstamm gemütlich. Die Ruhe, das Wasser und den Müsliriegel genießend, sah ich im Augenwinkel nur noch wie das Vorderrad einschlug, das Fahrrad damit seine Stabilität verlor und schließlich umkippte. Mist. Damit konnte ja niemand rechnen.


Während ich auf der Suche nach eventuellen Schäden war, rüttelte ich auch kurz am Gepäckträger. Dies nahmen die beiden Schrauben, mit denen ich den Träger am Rahmen befestigt hatte, zum Anlass um abzuspringen. Einige erfolglose Versuche, die Schrauben wieder zu befestigen später gab ich auf und nahm Kabelbinder und Tape zur Hand. Das Provisorium musste ja nur noch bis zum Campingplatz halten, wo ich mich der ganzen Sachen näher widmen wollte. Bei Lammersdorf verließ ich den Vennbahnweg und nutzte die mir vom Motorradfahren bekannte Route zum Rursee, vorbei an Rollesbroich und Strauch, bis ich schließlich bei Kesternich die Serpentinen herunter zum See fuhr. Dort angekommen meldete ich mich an, kaufte mir ein Radler, suchte mir einen Platz und baute das Zelt auf. Den restlichen Abend nutzte ich, um zu Duschen und mir einen Überblick vom Campingplatz zu verschaffen. Ich nutzte das Angebot, per Messenger Brötchen für den kommenden Morgen zu bestellen, informierte mich an der Rezeption über das Stand-Up-Paddle (SUP) Angebot, reparierte provisorisch den Gepäckträger und läutete dann den Feierabend bei einer Dose Ravioli ein.



Der nächste Tag startete um 08:00 Uhr. Gegen 10:00 Uhr sollte der SUP-Verleih öffnen und meine zuvor reservierte Stunde begann um halb Elf. Ich hatte also noch ausreichend Zeit zur Verfügung, um zu Frühstücken und das Gepäck schon wieder abreisefertig zu machen. Lediglich das Zelt ließ ich zu Umkleidezwecke noch stehen. Pünktlich öffnete der kleine Container, in dem diverse SUP-Boards und Kanus untergebracht waren und ich bekam als Ersttäter eine kurze Einführung. Die anschließende Stunde auf dem Rursee verging leider viel zu schnell, aber auch mit viel Spaß. Daher hatte ich beschlossen, das mit dem SUP irgendwann zu wiederholen.




Nach der Rückgabe des Boards baute ich mein Zelt ab, bepackte das Rad und machte mich wieder auf die Heimreise. Die Route wählte ich wie den Hinweg, über die Vennbahnstrecke. Schließlich wusste ich, dass es dadurch die ganze Zeit leicht bergab gehen würde – naja, zumindest nachdem ich die Serpentinen hinter mir gelassen hatte. Im niedrigsten Gang.

Aber wenigstens nicht schiebend!


Außer das der drangetüddelte Gepäckträger ca. 15 km vor Ankunft wieder abfiel, verlief der Rückweg unproblematisch. Es war ein Samstag und die Sonne gab ihr Bestes. Dadurch war auf der Strecke deutlich mehr los. Dies sollte man für einen eventuellen Ausflug am Wochenende beachten.


Ein Fazit: Das was ich auf meinem Blog immer wieder versuche zu verdeutlichen gilt auch hier: Einfach machen! Ihr braucht kein teures E-Bike. Ihr braucht nicht die absolut spezifische Fahrrad-Trekking-Camping-Ausrüstung. Nehmt einfach das, was euch sowieso zur Verfügung steht. Natürlich geht es immer angenehmer und einfacher. Aber für „einfach mal spontan raus“ geht’s auch so. Das habe ich hoffentlich mit meinem kleinen Ausflug bewiesen. Trotzdem habe ich mir gleich im Anschluss einen Gepäckträger gekauft, der auch definitiv auf mein Rad passt. Allerdings gebraucht auf einer der bekannten Kleinanzeigen-Plattformen. 

Tipp: Der Platz „Camping Rursee“ ist mit seinem Angebot von SUPsafety eine klare Empfehlung von mir. Wenn ihr aus der Umgebung kommt und das Stand-Up-Paddlen testen wollt, dann verbindet es doch gleich mit einer Übernachtung auf dem Platz. Habt ihr weder Zelt noch Wohnwagen/-mobil, oder wollt ihr mal etwas Besonderes probieren, dann bucht euch eine Übernachtung in einem der Fässer, mit Ausblick auf den Rursee.

Werbehinweis: Der Hinweis kommt zwar ganz zum Schluss, aber ich wollte es mir nicht nehmen lassen zu erwähnen, dass jedwede Empfehlung unbezahlt ist und war. Ich habe dadurch keine Vergünstigungen oder Vorteile erhalten.

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