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7Tage7Gipfel Teil 1 - "Kolbenspitze" - Draussentyp in Südtirol

04.10.2019

Tag 1: Kolbenspitze (2.865 m)



„Bald endlich Urlaub. Es geht nach Südtirol. Das erste Mal richtig Bergsteigen. Ich habe mir auch schon drei Touren rausgesucht, die ich auf jeden Fall machen will. Seelenkogel (3.472 m), Kolbenspitze und Hochwilde (3.480 m). Den Rest sehe ich dann wenn ich Unten bin.“ – Bescheiden sein, das kann ich.


So oder so ähnlich lauteten die Informationen, die ich an meine Familie und Freunde weitergab. Da war ich nämlich tatsächlich noch frohen Mutes und von Selbstüberschätzung beflügelt. Schließlich war ich zu diesem Zeitpunkt wirklich fit und hatte auch schon, wenige Tage zuvor, eine „Trainingseinheit“ im Tramontana-Gebirge auf Mallorca erleben dürfen (und die lief ja bekanntlich schon super … nicht. Naja, teilweise.).



Am ersten Urlaubstag wollte ich dann auch direkt durchstarten. Das Gipfelkreuz der Kolbenspitze wurde als Tagesziel ausgemacht und ich stiefelte, am Parkplatz der Ulfas Alm (ca. 1.500 m) angekommen, los. Die Wetterprognosen für den Tag sahen eigentlich ganz gut aus. Ein bisschen Sonne, ein bisschen Wolken, vielleicht ein bisschen Regen. Also typisches Wetter nach dem Motto „Musst du aus dem Fenster schauen, dann siehst du wie es ist“.



Leicht ansteigend, durch lichte Bewaldung, erreichte ich bald die Wiesen der oberen Ulfaser Alm (1980 m). Nach Überqueren eines Baches war der Weg nur noch mäßig markiert. Es ging, den weiß-roten Pinselstrichen folgend, immer geradeaus, hinauf zum Joch. Dieses war dann wiederum leicht am großen „Stoanmandl„ (2600 m), einem aufgestapelten Steinhaufen, der als alte Form des Wegzeichens dient, zu erkennen. Außerdem stand dort an der Weggabelung ein Wegweiser mit den entsprechenden Zeitangaben zu den verschiedenen Gipfeln und Orten.


Ich darf an dieser Stelle übrigens mitteilen: „ein bisschen Sonne“ konnte nicht festgestellt werden. Die Regenjacke, die ich immer im Rucksack habe, wurde alleine schon wegen dem wirklich starken und kalten Wind übergezogen. Wenn ich mich noch recht zurückerinnere, dann war es auch an eben diesem Wegweiser, wo es anfing leicht zu Schneien. Wenigstens war der Gipfel nicht mehr weit entfernt. Laut Beschilderung sollten es nur noch 50 Minuten sein. Also 40', für mich jungen, agilen, sportlichen … ihr wisst schon. Das letzte Stück hatte es allerdings noch einmal in sich. Der felsige Untergrund war nass und rutschig. Außerdem zog dichter Nebel auf, je höher ich stieg. Um Verletzungen und/oder schlimmer noch, um einen Absturz zu verhindern, war hier volle Konzentration und Achtsamkeit gefragt.


Die Windböen, die dunklen Wolken, der Nebel, die Kälte – all das war schnell vergessen, als das Gipfelkreuz in immer greifbarere Nähe rückte. Schlussendlich konnte ich meine Mühen damit belohnen, mich ins Gipfelbuch einzutragen. Natürlich hätte ich euch jetzt gerne erzählt, mit welch wundervollen Aussicht ich mich belohnt hatte. Allerdings wurde mir dies aufgrund des Wetters verwehrt. Ein großartiges, unbeschreibliches, surreales Gefühl war es trotz alledem. So habe ich mir mein erstes Mal immer vorgestellt – also mein erstes Mal an einem Gipfelkreuz zu stehen.


Da die Zeit doch gut vorangeschritten war, wählte ich den Abstieg auf derselben Route wie den Aufstieg. Eine schöne Alternative habe ich euch aber als Tipp unten angefügt.


Ein Fazit: Die Kolbenspitze hat zwei Gesichter: Die untere Hälfte, der Wald- und Wiesenbereich, ist gemütlich und sanft. Die obere Hälfte ist steil, alpin und durchweg anspruchsvoll.

Tipp: Für den Abstieg könnte man vom "Stoanmandl" aus, am Weg Nr. 3 am breiten Ostrücken Richtung Matatzspitze über die Muthspitze (2233 m) und dem Sattel (2143 m) hinab zur Ulfaser Alm und abschließend dem Parkplatz wandern.

Vom Erfolg des ersten Tages, fühlte ich mich natürlich in meinem Vorhaben bestätigt. Die beiden 3.500er (Hochwilde & Seelenkogel) sollten doch zu schaffen sein. Also wählte ich für den kommenden Tag schonmal einen „niedrigen“ 3.000er aus – den Königskogel. Erstens will man sich, als bekennender Ehrgeizling, stetig steigern und zweitens wäre dieser eine gute Vorbereitung auf die „richtigen“ 3.000er (HaHa …).

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