• Daniel Niessen

Herrentour 2021 - über die Vennbahn von Aachen nach Luxemburg (und zurück) - Tag 1

29.07.21 - 01.08.21

4 Etappen - 300km - Ein Ziel: Spaß


Tag 1, Donnerstag, Aachen nach Monschau

Rückblick: 2019 startet eine neue Tradition – die Herrentour. Zwei Freunde, zwei Bikes, ein langes Wochenende. Wow.


Aber ernsthaft. Vor etwas mehr als zwei Jahren waren Sven (der Freund) und ich das erste Mal unterwegs. Einfach für ein Männerwochenende raus. Zu der Zeit noch mit unseren Motorrädern auf Tour, steuerten wir den Schwarzwald an, um dort zu Zelten und Kurven zu fahren. Wenige Monate später ging es dann in den Harz.


Angekommen im Heute: Es geht nach Luxemburg. Dieses Mal ist der Weg das Ziel. Achja – und die Motorräder gibt es auch nicht mehr. Dafür fahren wir jetzt Fahrrad – genauer gesagt E-Bikes. Für die Herrentour 2021 haben wir uns einen für mich „alten Bekannten“ herausgesucht: den Vennbahnweg. Diesen bin ich zu einem kleinen Teil bereits bei meiner letzten mehrtägigen Radtour gefahren. Nun wollten wir ihn komplett fahren, von Aachen ausgehend, runter nach Luxemburg und wieder zurück. Ich schätze es werden etwas mehr als 300 km in 4 Tagen. Die Strecke habe ich in vier Etappen aufgeteilt, die ihr alle bei Komoot findet.


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Die Taschen waren gepackt. Eine genaue Auflistung und Erläuterung meiner genutzten Ausrüstung findet ihr demnächst hier als Beitrag.


Donnerstag, 29.07.21, 17:00 Uhr. Es ging los.




Tag 1 – Donnerstag – Etappe 1 – Aachen nach Monschau


Nachdem ich heute noch arbeiten musste, ging es relativ spät los. Daher hatte ich bei der Planung versucht die zurückzulegende Strecke kurz zu halten und als Tagesziel für Etappe 1 den Campingplatz „Camping Perlenau“ auserkoren. „Kurz“ sollte sich allerdings auch als „heftig“ herausstellen. Zu dem Teil der Geschichte kommen wir allerdings erst noch. Erstmal ging es für Sven, der mit dem Inhalt seines Croozer Fahrradanhänger* für alle Eventualitäten gerüstet wirkte und mich, der versucht hatte alles in die Monsterando 3in1-Fahrradtaschen* zu quetschen, von daheim los, in Richtung Startpunkt des Vennbahnweg in Aachen, Rothe Erde. Irgendwie hatten wir diese Stunde Fahrt bei der Zeitplanung verdrängt gehabt. Egal. Wir fahren E-Bikes. Die fahren ja quasi von selbst. Also wird das schon gut gehen. Haha.


Hoch motiviert, mit riesiger Vorfreude und tierisch Bock auf das kommende, lange Wochenende legten wir ein gutes Tempo vor und gelangten recht flott an den Einstieg auf die Vennbahn. Dabei bot sich uns bereits nach kurzer Zeit das erste, optisch ansprechende Highlight – das Rollefbachviadukt bei Aachen Brand. Gerade in diesem Bereich der Vennbahn-Strecke ist bei gutem Wetter immer viel los. Wir umkurvten also die ein oder andere Gruppe, wurden selbst aber auch von vielen Rennrädern überholt. Weiter ging es, unermüdlich, in Richtung Eifel, wobei gerade in diesem Teilstück das ein oder andere Mal die deutsch-belgische Grenze überquert wird. Immer eindeutig am wechselnden Handy-Netz zu erkennen. Vorbei an vielen Überbleibseln der alten Eisenbahnstrecke, wie beispielsweise dem alten Bahnhof von Walheim oder dem von Raeren, wo man hätte für einen kleinen Imbiss anhalten können, ging es weiter zum „Tor der Eifel“ – nach Roetgen.


Vennbahn in der Dämmerung

An dieser Stelle rufen wir uns nochmal kurz in Erinnerung, weshalb wir uns überhaupt für den Vennbahnweg entschieden hatten: „Der hat halt nur eine ganz geringe Steigung. 2% oder so. Merkst du kaum.“, waren in etwa meine Worte zu Sven, als ich ihm den Vorschlag unterbreitete. Es war kurz vor Lammersdorf, wir hatten so in etwa 40km abgerissen, als Sven mir zu rief: „Du, mein Akku wird nicht bis zum Ende durchhalten.“. Huch. Das ist doof, dachte ich mir. Vor allem mit dem Anhänger. Und ja, es wurde doof. Kurz vor Ankunft, wir hatten gerade einen wunderschönen Blick hinunter auf Monschau, da ging sein Akku in die Knie. Die Vennbahn hatten wir zu dem Zeitpunkt bereits verlassen, da wir den Campingplatz ansteuerten. Dies bedeutete für Sven, vorbei mit 2% Steigung und rein in Eifler Höhenverhältnisse. Mit einem bockschwerem Fahrrad UND einem noch schwereren Hänger. Dass es mittlerweile auch schon nach 22 Uhr war und die Sonne untergegangen, machte die Situation nicht wesentlich angenehmer. Kurzum: Fluchend und wehklagend erreichten wir gegen 22:30 Uhr „Camping Perlenau“.


Bei der „Reservierung“ Tage zuvor, teilte man mir schon mit, dass wenn wir später ankommen sollten, wir uns einfach einen Platz suchen sollten und die Formalitäten am darauffolgenden Tag erledigt werden würden. Genau so taten wir es dann auch. Im Düstern rollten wir bergab zum Zeltplatz, suchten uns einen geeigneten Ort direkt am Perlenbach und bauten das Zeltlager auf. Ich mag dieses Flair einfach, möchte ich am Rande kurz erwähnen. Nun kamen wir zu unserer größten Sorge – Strom. Wir brauchten Strom. Glücklicherweise war der Stromkasten in direkter Nähe, nicht abgeschlossen und dank korrektem Adapter* konnte die Versorgung problemlos hergestellt werden. Was ein Glück. Der Schreck am nächsten Morgen war allerdings groß. Warum genau? Lest ihr im kommenden Beitrag zur zweiten Etappe.


Zum Tagesabschluss gab es einen großen Bauerntopf. Zubereitet im Campinggeschirr* auf dem passenden Gaskocher*. Bei Kerzenlicht natürlich. Gegen 00:15 Uhr ging’s dann ins Zelt*, um für die kommende Etappe gewappnet zu sein.





Ein Fazit zur ersten Etappe: Ihr solltet euch auf Tour, ist sie noch so gut geplant, immer auf Überraschungen einstellen. Nehmt sie als spannende Erfahrungen mit. Ein bisschen Abenteuer hat noch nie geschadet.
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